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In kurzer Zusammenfassung meine Eindrücke:
1. Deutsche Teilnehmer waren (leider) nur: Der Forumsteilnehmer Sansouci und ich mit drei Trommlern.
Die übrigen ca. 1000 - 1400 Darsteller kamen zu geringen Teilen aus Italien, Frankreich, England, Belgien, Malta (zusammen wohl nicht mehr als 100 -200), der Grosse Teil aus Polen, Russland, Ukraine, den baltischen Ländern und Czechien.
Es war unglaublich heiß. Sengende Sonne an drei Tagen, viele Mücken.
Die Stadt Pultusk bot mit ihrem hübschen barocken Marktplatz mit netten Bierlokalen, Gelegenheit zum Entspannen und Fußball gucken, und der Narew-Fluß direkt am Lager zum Baden und Erfrischen.
Die Verpflegung war ausgezeichnet und abwechslungsreich, Fleisch, Gemüse, Kartofflen usw, Tee und Kaffee, reichlich und es gab Wasser und frische Äpfel zwischendurch so viel man wollte.
Die Wasser - Kontainer wurden jeden Tag an verschiedenen Punkten der Lager neu aufgestellt, sodaß das Wasser auch zum Duschen reichte!
Das machte die Hitze für diejenigen, die nicht in Schulen oder gar in Hotels untergebracht waren, einigermaßen erträglich.
Überwachung der Lager und Parkplatz war bis Montag vormittag von Sicherheitskräften geleistet, darüber hinaus waren auch Lagerwachen der Darsteller eingeteilt - mir sind keine Vorkommnisse bekannt geworden.
Sowohl das russische als auch das französische Lager gerieten in Brand, weil einige osteuropäische Darsteller die Disposition, die die Feuer in den Lagergassen verbot, nicht beachteten. Die polnische Feuerwehr war sofort zur Stelle und konnte ein Übergreifen auf die Zelte verhindern.
Das polnische Rote Kreuz war ebenfalls schnell, wenn Kameraden mit Hitzschlag (oder wegen zuviel Saufens) den Strapatzen nicht gewachsen waren, was nicht selten geschah.
Soweit zu der wirklich guten Organisation und Situation vor Ort.

2. Die Schlachtdarstellung am Sonntag war geprägt durch größere und in Linien agierende, gut berittene Kavallerie. Wann sieht man schon 20 französische Kürassiere en bataille anreiten - oder genausoviele Ulanen, russische Husaren, Kosaken usw. Ferner gab es vom polnischen Fernsehen erstellte, gute und große Kulissen, die Festung Pultusk darstellend und davor aufwendige Schanzen und einzelne Bauerngehöfte. Eine ideale Spielwiese!
Die pyrotechnischen riesigen Detonationen auf dem Schlachtfeld schienen mir etwas übertrieben und m.E. nicht ganz ungefährlich nah vor der attackierenden Kavallerie. Stürze vom Pferd waren nicht selten, aber die Russen sind hart im nehmen und das Publikum geizte nicht mit frenetischem Beifall, wenn sich der Reiter wieder erhob, was glücklicherweise immer der Fall war, soweit ich sehen konnte
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Die Aufmärsche und Entwicklungen der "Divisionen und Bataillone" waren bis ins kleinste vorgegeben oder wurden durch Kommandos des Stabes, der Adjutanten oder direkt vom General gelenkt. Oleg Sokolov, der den französischen General m.E. wieder überzeugend gab - einschließlich eines wirklich filmreifen Sturzes vom dahinfliegenden Schimmel - feuerte seine Truppen in dem ihm eigenen epochegetreuen, pathetischen französisch unermüdlich an. (Nicht alle finden das gut - ich aber).
3. Die Parade durch das historisch getreu im Stil der Renaissance, Barock und Klassizissmus wieder aufgebaute Stadtzentrum von Warschau begeisterte die Polnischen Zuschauer wie die Turisten. (Die Deutschen haben 1944 die Stadt so gründlich Haus für Haus zerstört , daß von den vielen Palästen und Kirchen kein Stein auf dem anderen blieb - man konnte das auf erschreckenden Fotos sehen (von dem Gemetzel an der Bevölkerung ganz zu schweigen).

Während die Linientruppen Fußball guckten, standen die französischen und russischen Garden stramm oder paradierten im Foyer und an den Treppenaufgängen des grossen klassizistisch wiederaufgebauten Opernhauses zur feierlichen Eröffnung der Napoleonausstellung mit vielen beeindruckenden Exponaten vor allem aus dem russischen historischen Museum in Moskau. Das anschließende warme Buffet und der Champagner waren vom Feinsten. Am besten gefiel mir der dröhnende Sound meiner neu angeschafften französischen Paradetrommeln in dem riesigen Treppenhaus, die Premiere fand also an einem dafür bestens geeigneten Ort statt.
Der Höhepunkt der ganzen Veranstaltung war dann der festliche Ball am letzten Abend in den (sächsischen) Rokokosäälen des Königsschlosses.
Polnische Ulanen standen an allen Türen und Treppenabsätzen, die polnische Armeekapelle (natürlich in Empire-uniform) spielte Polkas und Märsche zur Begrüssung, der liebenswürdige Zeremonienmeister stellte mich im Foyer meiner Balldame, einer bildhübschen, jungen polnischen Tänzerin vor, General Sokolov begrüsste die Gäste im Thronsaal und öffnete das Festessen mit launigen Worten in französich, polnisch und Russisch, man setzte sich im Spiegelsaal an feierlich mit Kerzen erleuchtete runde Tische a 10 Personen, jeder hatte ein silbernes Gedeck vor sich, die Livree schenkte Elsässischen, hervorragend temperierten Gewürztraminer, roten Burgunder oder was man wollte ein, das köstliche Menu vom Kaviar, Lachs, Suppe, Fleischgang war ständig begleitet von den Toasts der Officiere, deren Reihenfolge Sokolov durch seinen Zeremonienmeister dirigierte, wobei jedesmal alle Officiere sich erhoben und die Vivats auf den Kaiser, Frankreich, Polen, die Grande Armee, den General usw. mit einer Lautstärke brüllten, daß die Kronleuchter wackelten, (daß die Gläser jedesmal geleert werden mußten, versteht sich von selbst, man war daher gut beraten, die stets voll eingießenden Kellner etwas zu bremsen), danach begann das Kammerorchester im Ballsaal eine Polonaise aufzuspielen, an welcher fast alle, geführt durch eine zauberhafte Regie in vielen Figuren mittanzten. Die anschließenden Mazurkas wurden ebenfalls von vielen mit den allerhübschesten Figuren getanzt (die russischen Officiere waren halt zu allen Zeiten besser auf dem Parkett als auf dem Schlachtfeld), dann tanzten die Damen vom Ballett einige schnelle Polkas und schließlich wählte der seinen Geburtstag feiernde General eine Ballkönigin, und eröffnete den Wiener Walzer, wobei er anschließend ihr eine rote Rose überreichte, diese wurde wieder an einen Kavalier weitergereicht usw. und so füllte sich das parkett nach und nach wieder. Ich muß gestehn, daß ich noch nie einen so schönen Walzer getanzt habe, meine Balldame flog wie eine Feder in meinem Arm. Nach vielen Runden setzte sich die Gesellschaft wieder zum Dessert: warmer Wiener Apfelstrudel mit Vanilleeis, wieder mit zahlreichen Toasts garniert, um dann schließlich weit nach Mitternacht das grosse Feuerwerk durch die Fenster des Ballsaales am Ufer der Weichsel zu bewundern. Ich habe mich während des Abends mehrmals in den Arm gekniffen um zu prüfen, ob ich träume, aber ich erwachte nicht und das Fest ging immer weiter, von einem Höhepunkt zum nächsten.
Jetzt reichts, sonst höre ich nicht mehr auf zu schwärmen!
Ein grosser Dank an die Organisatoren Jakub Samek und Ondrej Tupy !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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